Versöhnungskapelle mit Sachsenturm

Trausnitz/Landkreis Schwandorf

Die Erbauung des Sachsenturms ist auf das Jahr 794 datiert, über 400 Jahre vor der Burg Trausnitz im Tal. Ursprünglich als Fluchtturm errichtet, wurde er später der Glockenturm der großen gotischen Kirche St. Wenzeslaus aus dem Jahr 1370, die 1892 wegen Baufälligkeit gänzlich abgebrochen werden sollte. Der damalige Pfarrer Schütz erreichte, dass zumindest der Chor der Kirche als  Versöhnungskapelle erhalten blieb, in Erinnerung an die Versöhnung zwischen Kaiser Ludwig dem Bayern und dem Habsburger Friedrich dem Schönen, der nach der Schlacht von Mühldorf am Inn 1322 einige Jahre  in der Burg Trausnitz gefangen gehalten wurde.

Anlass für die aktuelle Außenrenovierung waren zum einen sichtbar gewordene Schäden, vor allem aus aufsteigender Feuchtigkeit, zum anderen einfach der Verbrauch der Materialien im Lauf der Zeit. Die aus dem digitalen Aufmaß ersichtlichen Verformungen im Bereich der Widerlagerzone des Innengewölbes der Kapelle erforderten entsprechende Maßnahmen im Bereich der Tragwerksplanung, um größere Schäden zu verhindern. Dazu wurde eine Baugrundverfestigung ausgeführt.

Im Bauabschnitt I – Außenrenovierung:
Die Fundamentzonen wurden bis über 2 m freigelegt und von einer Zementverkleidung befreit, die ein Austrocknen behinderte. Verbandeln und Ringdrainage ergänzten diese Maßnahme. Abschlagen des schadhaften Außenputzes im Sockelbereich bis 2 m Höhe, beim Sachsenturm vollständig mit aufwändiger Risssanierung. Neuputz und neuer Farbanstrich. Die Dachentwässerung des Flachdachs des Turms wurde neu geordnet- und schließlich das Dach der Kapelle komplett neu gedeckt. 

Im Bauabschnitt II – Innenrenovierung:
wurde der bestehende Bodenaufbau der Kapelle abgebrochen und ein umlaufender Draingraben erstellt. Der neue Bodenbelag mit Solnhofer Platten  mit seitlich umlaufendem Spalt zum Austreten von Bodenfeuchte. Austausch des schadhaften Putzes im Sockelbereich- Neugestaltung Raumschale und des Beleuchtungskonzepts. Renovierung der Grabplatten. Das bestehende einreihige und geschlossene Gestühl wurde so umgebaut, dass ein Mittelgang entstand. So erscheint es  leichter und der Hochalter kommt stärker zur Geltung.
Im Sachsenturm wurden die Wände neu steinsichtig verfugt und die schadhafte Treppe von unten bis oben ertüchtigt.